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Daniel in der Löwengrube - die Version der Märchenfrau

Die Märchenfrau erzählt die Biblische Geschichte aus der Sicht von König Darius, eines Feldherren und Eroberers, der sich zunächst aus Eitelkeit blenden lässt, bevor er sowohl Daniels unbeugsamen Character und seine Stärke, als auch den Grund für die Stärke und den Mut von Daniel erkennt. Diese Version der Biblischen Geschichte von Daniel in der Löwengrube dürfte geeignet sein, für eine kleinere Gruppe von Schulkindern etwa ab der fünften Klasse, für eine Rüstzeit, oder als spannender Höhepunkt einer Schnitzeljagd oder nach einer Nachtwanderung.  Unten finden Sie eine reduzierte Version, die für jüngere Schulkinder geeignet sein dürfte.
 
 
 
keine Beschreibung
Kindern eine Geschichte vorlesen, ist eine kleine Sache, 
auch wenn es eine große Geschichte ist.
Oft sind die kleinen Dinge die besten, und sie sind kostenlos.
Online lesen und ausdrucken zum vorlesen.

 

Daniel unter Löwen

Ich bin Darius, Feldherr und König von Medien. Meine Soldaten sind die tapfersten, die ein je Feldherr gesehen hat.  Sie haben Babylon erobert, das große Babylon. Das ging schneller als ich je zu hoffen gewagt hätte. König Belsazar von Babylon: Die Tore seiner Stadt standen weit offen, so wie auch die Tore von seinem Palast. Der Graben, der die Stadt Babylon umgibt, er lag trocken. Schutzlos lag sie da, die chlorreiche Stadt Babylon. Schutzlos und im Taumel, betrunken vom Wein und der Musik und von der Hurerei. Meine Soldaten erzählen immer wieder, dass Babylon offen zwischen den Hügeln lag, wie eine Hure, die auf ihren Befreier wartet. Sie sagen, dass Musik im Palast des Königs war. Alle haben gefeiert. Die ganze Stadt, so schien es, war im Taumel. Die Menschen waren betrunken.
 
Ja!  Jetzt bin ich, Darius, König von Babylon!   
Das ist ein großes Königreich.  Meine Brust ist gefüllt mit Stolz. Ich musste viele Stadthalter einstellen, und drei Fürsten, die mir helfen. Auch Daniel, er ist ein Mann Gottes, ein Christ, der ist jetzt mein Fürst. Vor vielen Jahren war der treue Daniel als Gefangener von Jerusalem nach Babylon verschleppt worden.
Das war in der Zeit vor Belsazar, den ich besiegt habe. Das war die gute alte Zeit als der große Nebukadnezar König von Babylon war. Das waren noch Zeiten. Vorbei sind sie. Als der große Nebukadnezar seinen letzten Atemzug getan hatte, wurde Belsazar sein Nachfolger. Und all das hat Daniel gesehen, Daniel den Nebukadnezar vor langer Zeit nach Babylon verschleppt hatte. Daniel wurde in Babylon alt an Jahren. Kurz bevor König Belszar in den Tod ging, hatte er Daniel zum Fürsten erhoben. Daniel war einer der besten und der klügsten Männer im ganzen Reich, ein wahrhaftig weiser Mann. Vor seiner Weisheit mussten die anderen Fürsten im Reich vor Neid erblassen.
 
So kam es, dass ich, Darius, zu meinen anderen Fürsten sprach:  Daniel setzte ich als Verwalter über mein ganzes Königreich. Daniel ist ein Mann der Weisheit und der Größe, ihr aber seid klein und eitel. Das einzige Handwerk, das Ihr gelernt habt ist Geld verprassen. Euch nehme ich eure Macht weg, und all euren Reichtum. Man wird euch bald vergessen haben.
 
Da wurden die Gesichter der Fürsten finster. Sie pressten ihre Lippen aufeinander. Es wurde ganz still. Es wurde so still, dass man ein Haar hören konnte, wenn es zu Boden fiel. Sorge und Scham legten sich wie ein Schleier über Haupt und Schultern der Gedemütigten.
Denen habe gezeigt, wie es einem ergeht, der dem König missfällt. Ja. Ja.  Aber sie haben dann hinter meinem Rücken die Köpfe zusammen gesteckt und geschimpft. Ränke schmieden.
Dann aber wurde mein Herz wieder weich, und ich wollte nicht so streng mit den entlassenen Fürsten sein.  Mitleid überfiel mich plötzlich. Denn sie sind zu mir gekommen, und sie haben sich entschuldigt, weil sie nicht gut genug als Fürst gearbeitet haben. Sie haben gesagt, dass  es ein Glück für das Volk sei, so einen guten König wie mich zu haben.
Sie haben mir gesagt, dass ich der größte König bin, den das Reich Babylon jemals gesehen hat, und dass ich der erfolgreichste Feldherr aller Zeiten bin.   Da fiel ein Sonnenstrahl auf mein wundes Herz und meine Brust schwoll vor Stolz an. Ich war sehr beeindruckt, von der Weisheit meiner lieben Fürsten.  Und ich sah, dass sie auch Männer mit gutem Verstand und Geschmack waren. Denn sie sagten mir viele huldvolle Worte der Bewunderung über die Schönheit meiner einzigen Tochter.  Und sie sagten, sie sei ganz nach meinem Bilde,  ganz der Vater…    Und dann  sagten meine treuen Fürsten sogar: Eigentlich müssten alle Menschen in meinem ganzen Königreich jetzt nur noch mich anbeten. Mich ganz allein.  Ja. Das haben sie wirklich gesagt. Mich ganz alleine sollen alle Menschen in meinem Reich anbeten. Und sie gaben mir Honig zu essen. Mein ganzer Mund klebte davon, und ihre Worte kitzelten meine Ohren.
Ich rief sofort meine Schreiber zu mir. Sodann habe ich ein neues Gesetz aufschreiben lassen: Im ganzen Königreich Babylon soll nur Darius, der König selbst, angebetet werden, von allen Männern und Frauen die da leben, von jeder Hausgemeinschaft.
Dieses neue Gesetz erhielt viel Applaus. Die Fürsten lobten mich sehr in den hohen Häusern und bei den Geschichtsschreibern, …nur mein Freund Daniel nicht. Er sah so bedrückt aus, so still. Nachdenklich. Dann ging er weg, in sein Haus. Und ich verstand nicht, welcher Kummer ihn so quälte. Daniel, was war mit ihm geschehen? So ein guter Mann, ganz ohne Fehl und Tadel, so einen anständigen Menschen gibt es nicht ein zweites mal in meinem Reich.   Aber als er von dem neuen Gesetz hörte, dass nur noch Darius, der König angebetet wird, da war er so still und traurig, so sonderbar…   Daniel ist wurde sehr sonderbar...  Da war ein Geheimnis, das er in seinem Herzen trug, und sein Blick wurde finster.
So vergingen dreißig Tage, dann habe ich erfahren, um das Geheimnis in Daniels Herzen.  Ich hörte es aus den Mündern meiner Fürsten. Meine Fürsten sind vor meinen Thron getreten und haben mir berichtet, was man sich in meinem Königreich erzählt:
 
Sie sagten: „Dieser Gefangene aus Juda – damit meinen sie Daniel - der achtet weder die Gesetze, noch achtet er den König. Er hält sich nicht an dein Gesetz. Der betet immer noch, heimlich, zu seinem Gott Jahwe.“
Oh weh. Das war eine böse Nachricht. Mir fiel es wie Schuppen von den Augen, was das zu bedeuten hatte. Nein, nein, das war nicht gut. Das war die Stunde, in der ich das Unheil kommen sah. Jetzt konnte ich es sehen. Jetzt begriff ich. Mir war so, als ob das Unheil  wie eine schwere Sandwolke über meinem Thron lag, und so als ob es wie mit Haifischzähnen an meinem Thron sägte. Diese bösen Fürsten. Diese Ränkeschmiede, diese  hinterlistigen Faulpelze.
Und mein guter Daniel? Dem stand noch schlimmeres Unheil bevor: Jetzt klagten die Fürsten Daniel wegen Hochverrat an, denn er wollte nicht mich anbeten, nur seinen Gott.  Nach meinem neuen Gesetz aber war es jetzt Hochverrat, zu Gott Jahwe zu beten. Ich, Darius der König, ich selbst habe dieses Gesetz erlassen. Oh weh!  Wer kann mir raten!   
Ich habe versucht, meine Fürsten milde zu stimmen, um Daniel zu retten. Mit Engelszungen habe ich zu ihnen geredet.  So ein guter Mann…  Aber die Fürsten blieben hart.
Die Fürsten blieben dabei: „Nach der neuen Verordnung ist Daniels Verhalten Hochverrat. Punkt um.“ Und sie sagten mit giftiger Mine: „Du weißt doch, König, es ist das Gesetz der Meder und Perser, dass alle Befehle und Gebote, die der König beschlossen hat, unverändert bleiben sollen.“ Da stand ich, Darius, König über Medien und Persien, und ich war gefesselt von meinen Gesetzen meiner eigenen Torheit.
Oh, ich war betrübt. Aber ich musste jetzt durchgreifen. Hart durchgreifen. Ich bin doch König… Meine Gesetze darf niemand ändern.  –  Also habe ich mich aufgerichtet. Ich schluckte meinen Kummer herunter wie eine Kröte, und dann sprach ich mit fester Stimme: „Werft Daniel in die Löwengrube“.  Nach diesen Worten eilte ich aus dem Raum. Meine Soldaten holten Daniel, banden ihm die Handgelenke auf den Rücken. Und dann trat ich vor Daniel und sprach zu ihm diese Worte: „Dein Gott, dem du immer dienst, helfe dir!“  Da warfen meine Männer Daniel in die Löwengrube.
Die Grube, die habe ich selbst zugeschlossen und mit meinem königlichen Siegel versiegelt, dass niemand Hand anlegt an Daniel. Denn ich habe zu Daniel gesagt:  „Dein Gott helfe dir.“  Meine Fürsten aber achten nicht Gott Jahwe, den man auch nennt den Herrn Zebaoth der himmlischen Heerscharen. Sie nennen ihn auch „Vater“.   Wird der Herr Zebaoth Daniel vor den scharfen Klauen und den hungrigen Mäulern der Löwen retten, und vor der Niedertracht derer, die ihm nachstellen? So versiegelte ich, Darius König von Medien und Persien, selbst den Eingang zur Grube mit meinem königlichen Siegel.
In der Nacht fand ich keinen Schlaf. Mit meiner Eitelkeit habe ich meinen alten Freund Daniel in Gefahr gebracht. Ich schämte mich vor meinem eigenen Angesicht. Ich, der König, lasse mich in meiner Dummheit herein legen, von diesen elenden Fürsten. Der Stolz hatte meinen Blick getrübt. Ich elender Mensch. Ich selbst habe mich zu einem Götzen gemacht, und ich zwang jeden Mann und jede Frau, jede Hausgemeinschaft in meinem Reich, sich vor mir, zu verneigen und mich anzubeten, so wie sie es bei einem Götzen tun.
Daniel aber blieb in dieser Zeit gerade. Seine Größe und seine Weisheit, das war es, was Furcht und Neid über diese eitlen Fürsten brachte. Diese Fürsten wollten Daniel los werden. Sie wollten sich Daniels entledigen, weil er der Erwählte war, dem ich ihm mein ganzes Reich anvertrauen wollte. Ihnen aber hatte ich ihren Reichtum und ihre Macht genommen, und bald sollten sie verschwinden im Land der Bedeutungslosigkeit und des Vergessens.
Für seine Weisheit und für seine Größe haben sie Daniel gehasst.  Und meine Eitelkeit wurde Daniel Verhängnis. Oh, wie habe ich mich geschämt. Und eine Frage quälte mich wie Feuer und spitze Dornen während der ganzen Nacht: Wird Daniels Gott, dem er immer treu gedient hat, ihm helfen?  Es war schon öfter vorgekommen, dass die Soldaten einen Sträfling in die Löwengrube geworfen haben. Und noch nie hat ein Mensch das überlebt. Ich ging die ganze Nacht auf und ab, bis endlich der Morgen graute. Als es hell wurde, eilte ich zur Grube. Das Siegel riss ich ab mit meinen Händen. Ich schob den Stein beiseite, der die Grube verschloss. Meine Augen erblickten nur das Dunkel in der Grube. Also neigte ich mein Haupt in die Grube. Da waren Löwen. Viele Löwen. Mein Blick glitt über die rauen Wände, über die Leiber der Löwen, über den Fußboden der Grube. Wo war etwas von Daniel zu sehen?
Da  stand der größte Löwe auf, so gemächlich, so satt… Er gähnte und ging ein paar Schritte vorwärts. Es sah so aus, als ob sich hinter dem großen Tier etwas bewegt hätte.   ---  Da sah ich es. Es war Daniel. Mein eigenes Herz schien mich beinahe zu erschlagen in meiner Brust. Lebt er noch?  Oh, Gott…   Was ich dann sah, konnte ich nicht glauben. Daniel stand auf. Er ging auf das Licht zu, das durch die geöffnete Klappe in die Grube fiel. Daniel, mein Freund, rief ich. Du lebst. Meine Soldaten, die um mich herum standen, schoben mich beiseite. Sie holten Daniel unverletzt aus der Löwengrube heraus. Nicht ein Haar hatten die Löwen ihm gekrümmt. Die Löwen hatten Daniel nicht angetastet. Das war unglaublich. Noch nie hat ein von einer Frau Geborener unter der Sonne solche Dinge gesehen, dass ein Mensch eine lange Nacht in der Löwengrube überlebt.
Was war in der Nacht in der Grube geschehen?  
Daniel war durch die offene Klappe in die Grube gestoßen worden. Als er wieder aufstand, gingen die Löwen unruhig in der Grube auf und ab, bedrohlich nahe. Daniel konnte ihren Atem riechen. Sein Herz war schwer wie eine Kugel aus Blei, die ihm in den Magen rutschte. Sein Atem war stockend.   
Aber er hat in seiner Not nicht versucht, gegen die Löwen zu kämpfen, oder irgendwie aus der Grube zu fliehen. Das war auch gar nicht möglich. Daniel hoffte, dass sein Gott ihm hilft.
Er legte sich ganz ruhig hin. Er betete still, in Gedanken: „Mein Gott! Steh‘ mir bei…“ Und er wurde ruhig. Er sah die Löwen ganz ruhig an.    Hinter ihm stand, unsichtbar, der Engel Gottes. Und er stand unsichtbar vor ihm und neben ihm. Und seine Ruhe legte sich auf Daniel. Seine Ruhe breitete sich aus, in der ganzen Grube, auch über die Löwen.
Die Tiere kamen zur Ruhe. Ihr Gang wurde langsamer und bald legten die Löwen sich hin und schliefen ein. Auch Daniel war ermattet. Die Angst hatte schwer auf ihm gelegen. Nun sank er in einen Schlaf. Er schlief mitten unter den Löwen.   Plötzlich fiel Licht in die Grube und weckte ihn aus seinem Schlaf. Das Licht fiel durch die geöffnete Klappe an der Decke der Grube, durch die meine Soldaten ihn hinein gestoßen hatten. An Daniels Ohr drang eine  Stimme, die ihm vertraut war: „Daniel, mein Freund!“ Es war die Stimme des Königs. Meine Stimme hatte ihn geweckt, und er stand auf. 
 
Meine Wachen reckten ihm die Arme entgegen. Daniel streckte seine Arme nach oben, ergriff die starken Unterarme, die sich ihm entgegen gereckt hatten. Und diese griffen Daniels Unterarme. Und sie zogen ihn unverletzt heraus. Als Daniel aus der Grube gerettet war, sprach ich zu ihm:
„Daniel, du glaubst immer treu an deinen Gott, egal was kommt. Hat dich dein Gott, dem du immer dienst, retten können?“
 
Daniel aber redete mit mir: „Es lebe der König. - Mein Gott hat seinen Engel geschickt. Der hat den Löwen die Mäuler zugehalten, so dass sie mir kein Leid antun konnten. Ich habe nämlich immer zu meinem Gott gehalten. Und auch dir, mein König, habe ich nichts Böses getan." Da wurde ich sehr froh.
Ich befahl meinen Soldaten, dass sie die Fürsten holen, die Daniel verklagt hatten, und sie sollen sie in die Löwengrube werfen. So geschah es.
 
Dann geschahen die Dinge, so wie sie heute in den Heiligen Schriften, in der Bibel geschrieben stehen, dass ich, König Darius ein neues Gesetz gemacht habe!  Alle Leute in meinem ganzen Königreich, alle Männer, Frauen und Kinder sollen, den Gott Daniels ehren und zu ihm beten. Denn er ist für uns da. Er ist für immer und ewig unser Gott, und sein Wort gilt für immer. Gott ist ein Retter und Nothelfer. Und Daniel wurde ganz mächtig in meinem Königreich, und im Königreich des Kyrus von Persien auch.   (Naporras Version, frei aus der Bibel, Daniel 6)
 
 
 
 

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Die reduzierte Version für jüngere Schulkinder:
 
Daniel in der Löwengrube
 
 
Ich bin König Darius. Mit meinen Soldaten habe ich Babylon erobert. Da lernte ich Daniel kennen. Daniel war, als er noch jung war, als Gefangener aus Juda nach Babylon gebracht worden. Daniel also war ein Jude. Und in all den Jahren, die er in Babylon lebte, blieb er seinem Gott treu, und er hat nicht angefangen, andere Götter anzubeten. Weil Daniel so klug war, hat König Belsazar, den ich, König Darius, besiegt habe, Daniel zu seinem Fürst gemacht.
Nachdem ich Babylon erobert habe, habe ich ganz viele Stadthalter in meinem Reich eingesetzt, und drei Fürsten, die die Stadthalter kontrollieren müssen. Daniel war der Beste, und die anderen waren neidisch auf ihn. Da haben sie überlegt, wie sie ihn bei mir schlecht machen können, damit sie ihn los werden. Aber da war nichts, das sie ihm hätten vorwerfen können, denn Daniel hat nichts Falsches getan.
Auf einmal hatte einer der Fürsten die Idee, mich zu überreden, ein neues Gesetz zu erlassen. Nach diesem Gesetz war es dann verboten, einen anderen Gott oder Menschen außer mich, den König, um etwas zu bitten und zu ihm zu beten. Ich muss sagen, das hat mir gefallen. Also habe ich meine Schreiber gerufen, damit sie das Gesetz aufschreiben, und dann war das Gesetz im ganzen Reich gültig. An Daniel habe ich in meiner Eitelkeit gar nicht gedacht.
Auf einmal sind die Fürsten zu mir gelaufen, und haben geschimpft, dass Daniel sich nicht an das neue Gesetz hält, und dass er jeden Tag drei mal in seinem Haus zu seinem Gott betet. Und sie sagten, dass ich ihn daher zu den Löwen in die Grube werfen muss, denn er hält sich nicht an das neue Gesetz. Ich habe versucht, dagegen zu sprechen. Ich wollte Daniel helfen. Aber die Fürsten haben gesagt, dass ein Gesetz das ich, der König, erlassen habe, nicht geändert werden darf. Also musste ich meinen Soldaten sagen, dass sie Daniel zu den Löwen in die Grube werfen sollen. Zu Daniel habe ich vor der Grube noch gesagt: "Daniel, dein Gott, dem du ohne Unterlass dienst, der möge dich erretten!"
 . 
Dann haben die Soldaten Daniel durch die offene Klappe in die Grube geworfen. Ich habe sofort befohlen, dass ein ganz großer Stein vor die Klappe geschoben wird. Die Klappe habe ich mit meinem Siegel versiegelt, dass kein Mensch Daniel etwas schlimmes antun kann. Dach ging ich in mein Haus, und ich habe die ganze Nacht nicht schlafen können. Als ich ganz früh am Morgen aufgestanden bin, rannte ich sofort zur Grube. 
 
Hört, was meine Soldaten sagen, was in der Nacht in der Grube geschehen war:
 
Wir, die Soldaten von König Darius, wir warfen Daniel zu den Löwen in die Grube. Er fiel auf den Boden, und als  er wieder aufstand, gingen die Löwen unruhig in der Grube auf und ab, bedrohlich nahe. Der arme Daniel konnte ihren Atem riechen. Sein Herz war schwer wie eine Kugel aus Blei, die ihm in den Magen rutschte. Sein Atem war stockend.   
Aber er hat in seiner Not nicht versucht, gegen die Löwen zu kämpfen, oder irgendwie aus der Grube zu fliehen. Das war auch gar nicht möglich. Daniel hoffte, dass sein Gott ihm hilft.
Er legte sich wieder hin, und er blieb ganz still auf dem Boden liegen. Er betete still, in Gedanken: „Mein Gott! Steh‘ mir bei…“ Und er wurde ruhig. Er sah die Löwen ganz ruhig an.    Hinter ihm stand, unsichtbar, der Engel Gottes. Und er stand unsichtbar vor ihm und neben ihm. Und seine Ruhe legte sich auf Daniel. Seine Ruhe breitete sich aus, in der ganzen Grube, auch über die Löwen.
Die Tiere kamen zur Ruhe. Ihr Gang wurde langsamer und bald legten die Löwen sich hin und schliefen ein. Auch Daniel war ermattet. Die Angst hatte schwer auf ihm gelegen. Nun sank er in einen Schlaf. Er schlief mitten unter den Löwen.   Plötzlich fiel Licht in die Grube und weckte ihn aus seinem Schlaf. Das Licht fiel durch die geöffnete Klappe an der Decke der Grube, durch die meine Soldaten ihn hinein gestoßen hatten. An Daniels Ohr drang eine  Stimme, die ihm vertraut war: „Daniel, mein Freund!“ Es war die Stimme des Königs. Seine Stimme hatte ihn geweckt, und er stand auf. 
 
Seine Leibwachen, die um den König Darius herum standen, reckten Daniel die Arme entgegen. Und Daniel streckte seine Arme nach oben, ergriff die starken Unterarme, die sich ihm entgegen gereckt hatten. Und diese griffen Daniels Unterarme. Und sie zogen ihn unverletzt heraus. Als Daniel aus der Grube gerettet war, sprach König Darius zu ihm:
„Daniel, du glaubst immer treu an deinen Gott, egal was kommt. Hat dich dein Gott, dem du immer dienst, retten können?“
Daniel aber redete mit ihm: „Es lebe der König. - Mein Gott hat seinen Engel geschickt. Der hat den Löwen die Mäuler zugehalten, so dass sie mir kein Leid antun konnten. Ich habe nämlich immer zu meinem Gott gehalten. Und auch dir, mein König, habe ich nichts Böses getan." Da wurde Könid Darius sehr froh.
Er befahl meinen Soldaten, dass sie die Fürsten holen, die Daniel verklagt hatten, und sie sollen sie in die Löwengrube werfen. So geschah es.
 
Dann hat König Darius ein neues Gesetz gemacht!  Es lautet so: "Alle Leute in meinem ganzen Königreich, alle Männer, Frauen und Kinder sollen, den Gott Daniels ehren und zu ihm beten. Denn er ist für uns da. Er ist für immer und ewig unser Gott, und sein Wort gilt für immer. Gott ist ein Retter und Nothelfer."  Daniel wurde ganz mächtig im Königreich von Darius, und im Königreich des Kyrus von Persien auch.   
 
 
Malvorlage Die Löwengrube - Daniel
 
Die Löwengrube - Daniel - Malvorlage zum Ergänzen, kein Ausmalbild mit vorgegebenem Motiv
 
Hört, was sie sagen, was in der Nacht geschehen war. - Die Grube ist zu sehen, ebenso die Öffnung, durch die Daniel geworfen wurde. Beim Zuhören entsteht ein Bild in der Vorstellung des Zuhörers... Das Bild ist eine zu ergänzende Malvorlage, kein Ausmalbild wie das folgende.
 
Ausmalbild
 
Die schönsten Ausmalbilder sind immernoch die selbstgemalten von Mutti oder Vati.
 

 

 

 

 

 

 

 



Märchen sind Metaphern, wunderschöne Flacons, in denen der irdene Mensch die Resümees seiner Erfahrungen und Gedanken aufbewahrt.

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